Komponisten A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Leben Werke Geschichte Einspielungen Literatur Zuletzt Fachwort Werke - Benutzer Rechte Komponist Nach-/Vorname: geboren: gestorben: Leben: Heinrich Schtz (Henricus Sagittarius) wurde am 14. 10. 1585 in Kstritz bei Gera geboren. Sein Vater Christoph Schtz (um 1550-1631) war Stadtschreiber in Gera und bersiedelte 1590 mit der Familie nach Weienfels an der Saale, wo er Kmmerer undRichter war, schlielich Brgermeister wurde und zugleich einen stattlichen Gasthof (Zum Schtzen) bewirtschaftete. Da der Sohn Heinrich musikalische Anlagen zeigte, wurde er im 13. Lebensjahr als Kapellknabe in das Collegium Mauritianum am Hof des Landgrafen Moritz des Gelehrten aufgenommen. Die Kapelle stand zu jener Zeit unter Georg Otto; sie war als Akademie fr die Shne des Hof- und Militradels und des Grobrgertums gegrndet worden, um ihnen eine weltmnnische, wissenschaftliche und fremdsprachliche Ausbildung zu bieten, und war daher um vieles moderner als die alten Lateinschulen. Von der Hofkapelle ging der Diskantsnger als Stipendiat des Landgrafen an die Universitt Marburg, um Rechtswissenschaft zu studieren. Aber schon 1609 gewhrte ihm der Landesherr ein Reisestipendium, damit er sich bei GiovanniGabrieli in Venedig in Komposition und Orgelspiel ausbilden konnte. Der Aufenthalt in Italien war vorerst auf zwei Jahre geplant, wurde jedoch auf Anraten des Venezianers auf ein weiteres Jahr und schlielich auf Kosten des Vaters bis zum Herbst 1613 verlngert. Dann kehrte Schtz, nachdem er seinen geliebten Lehrer zur letzten Ruhe begleitet hatte, nach Kassel zurck und wurde dortzum Hoforganisten ernannt. In den darauffolgenden Jahren hielt er sich mehrmals inDresden auf und nahm 1617 das Angebot des Kurfrsten Johann Georg I., der 1611 bis 1656 regierte, an, die Leitung der Dresdner Hofkapelle zu bernehmen. Im Jahr 1619 heiratete er Magdalena Wildeck (1601-25), die Tochter eines kurfrstlichen Kammerschreibers, die im Alter von 24 Jahren starb.Von diesem Schlag hat sich Schtz nie mehr erholt. Whrend sein Ansehen als Musiker immer hher stieg, verdsterte sich sein eigenes Leben mehr und mehr. Im Jahr 1630 starb sein bester Freund, der Thomaskantor Johann Hermann Schein, in jungen Jahren. Dann rissen Hungersnot und Seuche, Krieg und Tod eine Lcke nach der anderen aus Familie und Freundeskreis. Im November 1628 nahm er fr ein Jahr Urlaub, um erneut nach Italien zu reisen, der inzwischen aufgebrachten neuen und heutigen Tags gebruchlichen Manier in der Music sich zu erkundigen und Musikalien und Instrumente fr die kurfrstliche Kapelle einzukaufen. Dieses Mal machte er sich mit Monteverdis Stil vertraut und lernte die instrumentale und szenische Musik Venedigs kennen. Bald darauf erlebte Sachsen unmittelbar die Schrecken des Krieges. Die Not stieg an, die Kapellmitglieder konnten nicht mehr voll ausbezahlt werden, mangels an Ausfhrenden und Publikum erlahmte das Musikleben. Um sich dem Kriegselend zu entziehen, bernahm Schtz Verpflichtungen an vorlufig vom Krieg verschonten mitteldeutschen Hfen wie Wolfenbttel, Zeitz, Halle, Gera und anderen. Er wirkte auch in Hamburg und schlielich in Kopenhagen, wo er von 1633 bis 1635 Kapellmeister am Hof Knig Christians IV. und in den Jahren 1642 und 1645 Oberkapellmeister war. Inzwischen leistete er auch in Braunschweig und Hannoverknstlerische und organisatorische Arbeit, indem er berall Kapellen aufbaute oder reorganisierte. Sofort nach Beendigung des groen Krieges bemhte sich Schtz um den Wiederaufbau der stdtischen und hfischen Musikpflege in Dresden, damit unter den anderen evangelischen Capellen sie als ein Licht hervorleuchten und gepriesen werde knnen. Um sich ganz seinen musikalischen Aufgaben zu widmen, zog er sich vom Hofdienst zurck. Wenn es seine Arbeit erlaubte,hielt er sich in seinem inzwischen erworbenen Haus in Weienfels auf und komponierte. Am 5. 11. 1672 starb er in Dresden und wurde dort in der alten, 1727 abgebrann ten Frauenkirche bestattet. Nation: