Komponisten A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Leben Werke Geschichte Einspielungen Literatur Zuletzt Fachwort Werke - Benutzer Rechte Komponist Nach-/Vorname: geboren: gestorben: Leben: Jean-Baptiste de Lully wurde am 28. 11. 1632 als Giovanni Battista Lulli in oder bei Florenz geboren. Nach seiner Behauptung war er Sohn eines Lorenzo Lulli und einer Catarina del Sexto und Schler von Giacomo Carissimi und in seiner Kindheit Gitarrist und Kompositionsschler von Giovanni Legrenzi. Dafr gibt es jedoch keinen Beleg. Gesichert ist, da er Sohn eines Mllers war und von einem Franziskaner in den Grundbegriffen der Musik und im Gitarrenspiel unterwiesen wurde. Durch irgendeinen Zufall wurde er in das Gefolge des Herzogs von Lothringen, Roger, der von Malta nach Paris zurckreiste, aufgenommen. Der Herzog bergab den Jungen der Nichte des Knigs, Anne Marie Louise, duchesse de Montpensier (1627-93), die sich einen hbschen Italiener gewnscht hatte, um seine Sprache zu lernen. Sie gab dem Italiener eine Stelle in ihrem Hofstaat. Lully trieb eine Violine auf und brachte es binnen kurzem zu einer beachtlichen Meisterschaft auf diesem Instrument, so da die Herzogin ihn in ihre Kapelle einstellte. Damit kam er mit den Musikern des kniglichen Hofes und dem jungen Ludwig, dem nachmaligen Ludwig XIV., in Berhrung und nahm bei Michel Lambert, der ebenfalls im Dienst der Familie Montpensier stand, Musikunterricht. Als seine Dienstgeberin im Zug der Bestrafung der Fronde 1652 aus Paris verbannt wurde, gab er seinen Dienst bei ihr auf, fand Zugang zum Hof des Knigs und wurde einer der 24 Violons du roy. Er gewann die Freundschaft und Gunst des Knigs, veranstaltete und komponierte Ballette, bei denen er selbst als Tnzer mitwirkte. Im Jahr 1656 grndete er das Ensemble der 16 petits violons, das bald die Leistungen der Vierundzwanzig bertraf. Als Pier Francesco Cavalli 1660 ber Einladung des Kardinals Mazarin seine Oper Serse im Louvre auffhrte, verfate Jean-Baptiste Lully, wie er sich schon seit einiger Zeit franzsisiert nannte, dazu die Balletteinlagen. Nach dem Tod von Jean de Cambefort (1661) wurde er zum Intendanten der Kammermusik und 1662 zum Maitre de la Musique de la Famille Royale ernannt. Er kam zu jener Zeit davon ab, die Texte fr seine Kompositionen vom Dichter Isaac de Benserade (1613-93) zu beziehen. Es begann die Zusammenarbeit mit Moliere, die bis zu dessen Tod whrte. Sie brachten gemeinsam als neue Form theatralischer Musik Ballettkomdien heraus, die dann zur echten Oper fhrten. Lully brachte das Patent zur Grndung der Acadmie d'operas, das inzwischen Pierre Perrin verliehen worden war, durch einen Trick an sich. Perrin geriet in Schuldhaft und wurde ber Intervention und nach Herausgabe des Patentes, das er bereits weitergegeben hatte, freigelassen; der Proze der Geschdigten wurde auf Befehl des Knigseingestellt. Lully grndete schlielich die Acadmie Royale de Musique, Musiktheater durfte ab nun nur mit seiner Zustimmung aufgefhrt werden. Er fand in dem Dichter Philippe Quinault einen tchtigen Librettisten, mit dem er 1673 die lyrische Oper Cadmus et Hermione herausbrachte und damit der franzsischen Oper den Anfang setzte. Er wute sich die Gunst des Knigsund seine beherrschende Stellung bis zu seinem Ende trotz vieler Intrigen gegen ihn, denen er listenreich begegnete, zu bewahren. Sein Tod am 22. 3. 1687 in Paris wurde durch einen in der Musikgeschichte einzig dastehenden Unfall verursacht. Er verletzte sich mit seinem Taktstock, den er im Rhythmus auf den Boden zu stampfen pflegte, den Fu, zog sich eine Sepsis zu und starb daran. Er war von Ludwig XIV. geadelt worden. Sein Sohn Louis de Lully (4. B. 1664, Paris, bis 1734, Paris) war ebenfalls Opernkomponist. Sein zweiter Sohn Jean-Baptiste de Lully (6. B. 1665, Paris, bis 1743, Paris) war von 1696 bis 1719 Oberintendant der Hofmusik. Sein dritter Sohn Jean-Louis de Lully (23. 9. 1667, Paris, bis 28. 12. 1688, Paris) war Nachfolger seines Vaters in alle Hofmter. Nation: