Komponisten A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Leben Werke Geschichte Einspielungen Literatur Zuletzt Fachwort Werke - Benutzer Rechte Komponist Nach-/Vorname: geboren: gestorben: Leben: Johann Sebastian Bach wurde am 21. 3. 1685 in Eisenach geboren. Sein Vater, Johann Ambrosius Bach (22. 2. 1645, Erfurt, bis 28. 1. 1695, Eisenach), kam 1667 zur Erfurter Ratsmusik und wurde 1671 Stadt- und Hofmusiker in Eisenach. Er heiratete am B. 4. 1668 Elisabeth Lmmerhirt (24. 2. 1644, Erfurt, bis 3. 5. 1694, Eisenach). Die Grundbegriffe der Musik und des Kirchengesanges lernte johann Sebastian von seinem Vater und an der Schulkantorei der Stadt. Die ersten Eindrcke groer Kirchenmusik- und Orgelkunst empfing er vom Cousin seines Vaters, Johann Christoph Bach, der Organist an der Georgenkirche der Stadt war. Mit neun Jahren verlor er die Mutter, ein Jahr darauf den Vater und kam, weil sich die Familie aufgelst hatte, zu seinem Bruder Johann Christoph (16. 1. 1671, Erfurt, bis 22. 2. 1721, Ohrdruf), Schler von Johann Pachelbel, Kantor in Ohrdruf, und wurde dort in die Kantorei aufgenommen. Er konnte nun seine Kenntnisse im Orgel- und Cembalospiel vervollstndigen. Im Jahr 1700 nahm ihn das Michaeliskloster in Lneburg als Alumnus auf. Dort waren Georg Bhm und Johann Jakob Lwe seine Lehrer. berdies unter-. nahm er von Lneburg aus mehrmalige Ausflge nach Hamburg, der Hochburg des norddeutschen Orgelspiels, und kam mit dem bedeutenden Vertreter der Niederlndischen Schule Jan Adams Reinken in Fhlung. Er erhielt auch Gelegenheit, die Cembalostcke und Kirchenkantaten des kurz zuvor verstorbenen Nicolaus Bruhns kennenzulernen. Ein franzsischer Tanzmeister und ehemaliger Violinist an der Hofkapelle in Celle vermittelte ihm die Kenntnis der franzsischen Ballett- und Opernkomposition und Instrumentalmusik. Seine erste Stelle erhielt er 1703 an der Privatkapelle des Herzogs Ernst August von Weimar. Noch im selben Jahr trat er jedoch die Organistenstelle an der Neuen Kirche in Arnstadt an, von wo er nach Lbeck wanderte, um Orgelkonzerte von Dietrich Buxtehude zu hren; er berzog seinen zu diesem Zweck erbetenen Urlaub und mute sich deswegen vor dem Konsistorium rechtfertigen. Er drfte bei Buxtehude auch Orgelstunden genommen und ber eine Nachfolge an der Orgel verhandelt haben. Da der alte Meister die Nachfolge von der Heirat mit seiner Tochter abhngig machte, verzichtete der junge Bach ebenso wie vor ihm Georg Philipp Telemann. Er heiratete am 17. 10. 1707 seine Kusine zweiten Grades, Maria Barbara Bach (1684-1720), Tochter des Johann Michael Bach aus Arnstadt, nachdem er seine Stellung in Arnstadt seinem Cousin, Johann Ernst Bach (8. B. 1683, Arnstadt, bis 21. 3. 1739, Arnstadt), Sohn des Johann Christoph Bach (22. 2. 1645, Arnstadt, bis 25. B. 1693, Arnstadt), berlassen und die vakante Organistenstelle an St. Blasius in Mhlhausen nach Johann Georg Ahle angetreten hatte. Aber schon ein Jahr darauf ging er nach Weimar zurck, um die Stelle eines Hoforganisten und Kammermusikers zu bernehmen. Als er bei der Neubesetzung der Hofkapellmeisterstelle bergangen wurde, verlangte er vom Herzog seine Enthebung. Er wurde festgenommen, vier Wochen in Haft gehalten und sodann mit allen Zeichen der Ungnade entlassen. Durch dieses Vorgehen hatte der Herzog seinem Namen einen Platz in der Musikgeschichte gesichert. Johann Sebastian Bach ging als Hofkapellmeister nach Kthen, wo es allerdings keine Kirchenmusik gab, weil der Hof calvinistisch war. Im Sommer 1720 mute er seinen Dienstgeber, Frst Leopold von Anhalt (1676-1747), mit einigen Orchestermitgliedern nach Karlsbad begleiten. Whrend seiner Abwesenheit starb seine Frau. Er heiratete am 3. 12. 1721 zum zweiten Mal, und zwar Anna Magdalena Wilken (Wlken, 1701-60), Tochter eines Hoftrompeters. Inzwischen waren auch die Zustnde in Kthen unhaltbar geworden. Der Frst heiratete eine Frau, die der Musik andere Vergngungen vorzog. Dadurch engte sich das Bettigungsfeld des Hofkapellmeisters sehr ein. berdies wollte der Komponist seine heranwachsenden Kinder in keine calvinistische Schule geben. Er bewarb sich um die durch den Tod Johann Kuhnaus frei gewordene Stelle des Thomaskantors in Leipzig. Er bekam sie als Lckenber, weil die Leipziger Georg Philipp Telemann, Johann Friedrich Fasch (1688 bis 1758) oder Christoph Graupner, die als Vertreter des neuen galanten Stils vorgezogen worden wren, abgelehnt hatten. Trotz des Abstieges vom Hofkapellmeister zum Kantor, trotz der Verpflichtung, Lateinunterricht zu geben, trotz der vielen sinnfremden Vorschriften, die ihm seine Vorgesetzten machten, bernahm er das Amt, weil es fr seine Familie eine sichere, wenn auch knappe Einnahmequelle und fr ihn selbst die Mglichkeit brachte, als Kirchenmusiker und Kirchenkomponist den knstlerischen Auftrag, den er in sich fhlte, zu erfllen. Er wollte Musik und Musizieren in den Mittelpunkt der Erziehung und des Unterrichts stellen, aber das aufkommende neuhumanistische Bildungsziel mit seinen aufklrerischen Methoden lie der Musik in der Schule wenig Raum. Aus dieser gegenstzlichen Auffassung kamen die dauernden Zwistigkeiten mit dem Rektor der Thomasschule, der einen guten Teil der Stadtbrgerschaft hinter sich hatte. Die musikliebenden Kreise des kurschsischen Adels in Leipzig und Dresden brachten hingegen Johann Sebastian Bach volle Anerkennung entgegen und gehrten zu seinen Gnnern. Dieser Rckhalt wurde allerdings mit dem Aufstieg des Machtstaates Brandenburg-Preuen und der Schwchung Kursachsens unsicherer. Er trug aber dem Thomaskantor fr die zur Huldigung der neuen Kurfrsten nach dem Tod Augusts des Starken (1733) berreichte h-Moll-Messe doch den Titel eines kniglichen polnischen und kurschsischen Hofkomponisten und Kapellmeisters ein. Auch sein Besuch bei Friedrich dem Groen und dessen Ehrung des Alten Bach wurde durch jene Adelskreise vermittelt. In den letzten Jahren seines Lebens laborierte der Meister am grauen Star, der durch Operationen nicht beseitigt werden konnte; er erblindete. Am 28. 7. 1750 starb er und wurde an der Sdmauer der Johanniskirche in Leipzig begraben. Seine Frau Anna Magdalena, die als Witwe in groer Armut leben mute, folgte ihm am 27. 2. 1760. Seine Grabsttte wurde bald vergessen. Erst am 28. 7. 1949 wurde der Sarg mit seinen Gebeinen in den Chorraum der Thomaskirche bergefhrt. Nation: