Komponisten A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Leben Werke Geschichte Einspielungen Literatur Zuletzt Fachwort Werke - Benutzer Rechte Komponist Nach-/Vorname: geboren: gestorben: Leben: Beethovens Vorfahren waren Handwerker und Bauern in der Gegend von Lttich und Mechelen im heutigen Belgien. Sein Grovater, der ebenfalls Ludwig hie, war am 4. Januar 1712 in Mechelen geboren, wurde in Lwen und Lttich Chorsnger, kam 1733 nach Bonn und amtierte ab 1771 als kurfrstlicher Kapellmeister. Er starb in Bonn am 24. Dezember 1773. Sein Sohn Johann (um 1740, vermutlich in Mechelen, bis 18. 12. 1792, Bonn) wurde am 27. Mrz 1756 Tenorsnger in derselben Kapelle und heiratete am 12. November 1767 Maria Magdalena Keverich, Witwe des Kammerdieners Leym, Tochter eines Kochs. Beider Sohn Ludwig wurde vermutlich am 16. Dezember (getauft am 17. Dezember) 1770 in Bonn als zweitltestes von 7 Kindern geboren. Es zeigte sich bei ihm frhzeitig eine starke musikalische Veranlagung, so da der Vater sofort daran ging, Ludwig im Rahmen seiner Mglichkeiten auszubilden. Einem Zug der damaligen Zeit folgend, sah er als Musiker die Chance, aus seinem Sohn ein Wunderkind zu machen. Mit brutalem Terror trieb er den jungen Ludwig an das Cembalo. Der Hoforganist Gilles van den Eeden (um 1710, Niederlande, begraben 20. 6. 1782, Bonn) gab dem Knaben einigen Unterricht. Mit acht Jahren stellte ihn der Vater als Sechsjhrigen dem Publikum vor, erreichte aber keinen praktischen Erfolg, weil sich der Sohn nicht drillen lie. Ludwig wurde oder war bereits Musiker und kein Musikautomat. Am 15. Februar 1781 wurde Christian Gottlob Neefe Vize-Hoforganist in Bonn, nahm sich des jungen Ludwigs an und brachte ihn soweit, da dieser ihn ein Jahr spter an der Orgel vertreten konnte und an der Hofkapelle als Hilfscembalist angestellt wurde. Neefe vermittelte Ludwig die Kenntnis des Wohltemperierten Claviers und der Klavierwerke Carl Philipp Emanuel Bachs. Ein miglckter Versuch der Mutter, Ludwig den Niederlndern als Wunderkind anzupreisen, war dem allen vorangegangen (1781) wie der von Neefe vermittelte Druck der dem Kurfrsten gewidmeten Klavierstcke. Der Dienst in der von Andrea Lucchesi geleiteten Kapelle machte Beethoven mit vielen Werken der Gegenwart und der Vergangenheit vertraut. Sein regulrer Schulunterricht nahm allerdings 1783 sein Ende, Beethoven mute sich als Autodidakt weiterbilden. Dabei war ihm der hufige Aufenthalt im Haus der Familie von Breuning, wo er nicht nur Musikunterricht erteilte, sondern darber hinaus als gerngesehener Gast galt, sehr frderlich. ber diese Familie lernte er auch den Geiger Franz Anton Ries (10. 11. 1750, Bonn, bis 1. 11. 1846, Godesberg) kennen, der ihm Violinstunden gab. Beethoven fand in Wien Gelegenheit, diese Freundlichkeit dadurch zu vergelten, da er dessen Sohn Ferdinand Ries (1784-1838) seinerseits unterrichtete. Ferner freundete er sich mit Graf Ferdinand Ernst von Waldstein an, der es beim Kurfrsten Maximilian Franz (1756-1801), dem Bruder Kaiser Josephs II., gemeinsam mit Neefe durchsetzte, da Beethoven nach Wien geschickt wurde, um bei Mozart Unterricht zu nehmen. Es kam zu einer kurzen Begegnung mit Mozart, jedoch dann erhielt Beethoven die Verstndigung, da seine Mutter im Sterben lag. Sie war aber schon tot (17. Juli 1787), als ihr Sohn anlangte, der nun die Fhrung der Familie zu bernehmen hatte. Er begann wieder den Dienst im Hoforchester, in der Kirche und bei den musikalischen Akademien der Stadt, erweiterte seinen Horizont durch Lektre und Vorlesungen an der Universitt und komponierte eifrig. Im Jahr 1792 kam Joseph Haydn auf seiner Reise nach London durch Bonn, Beethoven wurde ihm vorgestellt; der Meister sagte ihm zu, ihn nach seiner Rckkehr in Wien zu unterrichten. Vermutlich auf eine Intervention Waldsteins erhielt Beethoven abermals die Mglichkeit, im Dezember des Jahres auf Kosten des Kurfrsten nach Wien zu gehen. Es war geplant, da er nach beendeter Ausbildung nach Bonn auf einen leitenden Posten zurckkehren solle. Der sptere Einmarsch der Franzosen in das Rheinland vereitelte diese Absicht. Das beabsichtigte Studium bei Haydn lie sich nicht sehr glcklich an, Beethovens Vorstellung von musikalischer Diktion hatte bereits so viel Eigenstndigkeit angenommen, da er sich den strengen von Haydn gelehrten Regeln. schwer einordnen konnte. Ohne Haydns Wissen pflegte der junge Mann aus Bonn Beziehungen zu Johann Schenk, dessen Unterweisungen ihm mehr zusagten. Als Haydn Wien zu seiner zweiten Londoner Reise verlie, nahm Beethoven bei Albrechtsberger Unterricht im Kontrapunkt, was ihm bei seinem Widerstand gegen die Fesseln starrer Regeln auf viele Jahre hinaus eine Abneigung gegen die Fuge einbrachte. Von Antonio Salieri lie er sich in die Welt des italienischen Gesangs einfhren, kammermusikalische Formen lernte er bei Emanuel Aloys Frster. Waldsteins Empfehlungen ffneten Beethoven die Tren zu den musikinteressierten Adelshusern Wiens. Als 1794 das Kurfrstentum Kln aufgehoben wurde und die Zahlungen fr Beethoven ausblieben, geriet er nicht in Verlegenheit, weil er inzwischen in Wien gengend Gnner und Bewunderer gefunden hatte, in deren Husern er konzertieren und unterrichten konnte. Er wohnte im Palais des Frsten Lichnowsky (1706-96), spter bei Graf Erddy. Zu den weiteren Bewunderern gehrten der russische Botschafter Graf Rasumowsky, dem er drei Streichquartette (op. 59) widmete, Frst Nikolaus Esterhzy, fr den er die Messe in C-Dur (op. 86) komponierte, Erzherzog Rudolf, dem er durch Jahre Musikunterricht erteilte und zu dessen Inthronisation als Erzbischof von Olmtz er die Missa solemnis komponierte, Graf Moritz von Lichnowsky, Bruder des Frsten, Freiherr Ignaz von Gleichenstein, der Tuchhndler Johann Nepomuk Wolfmayer sowie viele andere Adelige und reiche Brger versorgten ihn mit Kompositions- und Konzertauftrgen. Beethovens Ruf hatte sich rasch verbreitet, die Wiener Gesellschaft schtzte diesen ungehobelten Musiker aus Bonn mit pockennarbigem Gesicht hoch, der des Jakobinismus verdchtig war und gleichzeitig ein imponierend sicheres Auftreten hatte. Sein Klavierspiel ri alle hin, besonders seine abrupten Kontraste, die er dem Mannheimer Orchester abgelauscht hatte. Es gehrte zum guten Ton, die Kammermusikabende Beethovens bei Lichnowsky aufzusuchen, an denen auer Ferdinand Ries der Violinist Ignaz Schuppanzigh mitwirkte (1776-1830). Freunde, Gnner, Bewunderer, Frderer ebneten Beethoven alle Wege, er konnte komponieren, was er wollte, die Verleger zahlten dafr gerne hohe Preise, er durfte konzertieren, wo er wollte, er fand mehr Zuhrer, als die Sle faten, und falls er Unterricht zu geben Lust hatte, kamen die Schler aus den ersten Kreisen der Stadt. Aber schon 1796 stellten sich die ersten Zeichen der Schwerhrigkeit, jenes Sausen und Brausen im Ohr ein, das sein Leben verbitterte. Es war noch nicht so weit, da es Beethoven in seinem knstlerischen Wirken strte, es war auch noch nicht bekannt, da dieses Leiden nicht geheilt werden konnte, noch gaben die rzte den blichen Trost und konnten ihre Ohnmacht verheimlichen. 1795 kamen Beethovens Brder nach Wien: Kaspar Anton Karl (1774 bis 1815), der Kassenbeamter wurde, und Nikolaus Johann (1776-1848), der es vom Lehrling zum Apotheker in Linz und Gutsbesitzer in Gneixendorf bei Krems brachte. Das freundschaftliche Verhltnis zu den beiden erfuhr nur eine Trbung, weil Beethoven ihre Frauen nicht schtzte. Seine Taubheit verschrfte sich um das Jahr 1808. Er mute das Konzertieren aufgeben und wurde immer mehr zum zurckgezogenen Sonderling. Seiner Verzweiflung hatte er bereits 1802 im sogenannten Heiligenstdter Testament Ausdruck verliehen, mit dem er von seinen Brdern Abschied nahm. Er wechselte hufig seine Wohnung (ungefhr fnfzigmal), weil er durch seine schlechte Laune berall in Streit geriet, er stie mit seinem Mitrauen seine besten Freunde zurck. Sein kompositorisches Schaffen blieb jedoch ungebrochen, sein inneres Ohr, sein Tonbewutsein hatte das Leiden nicht angegriffen. Seine beiden grten Werke, die Missa solemnis und die Neunte Sinfonie, hat er mit eigenen Ohren nie gehrt, aber jeden Ton erlebt. 1819 kam es zu einer vlligen Ertaubung, er konnte sich nur mehr schriftlich mit der Umwelt verstndigen, fuhr aber trotz seiner hoffnungslosen Lage fort zu komponieren und sich mit Werken anderer Komponisten zu beschftigen. Seine Gesundheit blieb, ab gesehen vom Ohrenleiden, bis zum Jahr 1825 im groen und ganzen ungetrbt. Dann aber kam es zu schweren Strungen. Ein Darmleiden, das zu einer Leberzirrhose fhrte, machte ihm schwer zu schaffen. Im Dezember 1826 erkltete er sich stark. Die Folge war eine Lungenentzndung, an die sich eine Herzwassersucht anschlo. Im Februar 1827 trat vorbergehend eine Besserung ein, dann ging es rasch dem Ende zu. Am 26. Mrz 1827 verschied Ludwig van Beethoven, dem es zeitlebens Vergngen gemacht hatte, bei rgstem Gewitter im Freien zu sein, whrend eines Unwetters. Viele Tausende folgten seinem Sarg. Franz Grillparzer verfate die Grabrede. Unter den Fackeltrgern war auch Franz Schubert. Nation: