Komponisten A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Leben Werke Geschichte Einspielungen Literatur Zuletzt Fachwort Werke - Benutzer Rechte Komponist Nach-/Vorname: geboren: gestorben: Leben: Josef Anton Bruckner wurde am 4. 9. 1824 in Ansfelden, Obersterreich, geboren. Sein Grovater und sein Vater waren Schulmeister, seine Mutter Tochter eines Amtsverwalters. Der Vater gab ihn zu einem Vetter, der in Hrsching bei Linz Lehrer und Organist war und ihn in die Messen von Joseph Haydn einfhrte. Als Zwlfjhriger mute er nach Hause, um den erkrankten Vater im Schulamt zu vertreten; nach dem Tod des Vaters wurde er als Chorknabe in das Augustiner-Chorherrenstift St. Florian aufgenommen, wo er nach dem Stimmbruch im Kirchenorchester Violine spielte. Seine musikalische Ausbildung wurde whrend seiner Vorbereitung fr den Schuldienst in Linz fortgesetzt, wo er zum ersten Mal Kompositionen von Carl Maria von Weber und Ludwig van Beethoven zu hren bekam. Zur Musik zog es ihn jedoch noch immer nicht, er wollte Schulmeister werden wie Vater und Grovater und erhielt 1841 in Windhaag nahe der bhmischen Grenze die Stelle eines Schulgehilfen. Der Schuldienst drfte dabei weniger wichtig gewesen sein als die Knechtsarbeit ab 4 Uhr frh fr den Ortspfarrer und den Schulmeister, wie Mhen, Dreschen, Kartoffeljten und Heuwenden. Um einige Kreuzer dazuzuverdienen, spielte er sonntags bei der Tanzkapelle mit. Er wurde aber bald nach Kronsdorf strafversetzt, weil er es unterlassen hat, fr seinen vorgesetzten Herrn Schulmeister Mist aufs Feld zu fhren. In Kronsdorf trat der junge Lehrer mit Persnlichkeiten in Verbindung, mit denen er Bach, Mozart und Schubert spielen konnte; auf der Orgel im nahen Steyr durfte er spielen soviel er wollte. Er blieb aber seinem Beruf treu, legte 1845 das Examen fr Oberlehrer an Hauptschulen mit sehr gutem Erfolg ab und ging als Hilfslehrer nach St. Florian, wo er schlielich 1850 provisorischer Stiftsorganist wurde. In jener Zeit konnte er sich mit einem umfangreichen kirchenmusikalischen Repertoire beschftigen, ihm standen alle groen Werke der Klassik und Vorklassik, des Barocks und der Renaissance zur Verfgung. Nun fate er auch den Entschlu, sich endgltig der Musik zuzuwenden, bewarb sich um die Stelle des Domorganisten in Linz und bekam diese 1855. In seine Linzer Zeit fallen seine theoretischen Studien bei Simon Sechter und Otto Kitzler, der ihm neben dem Verstndnis der klassischen und romantischen Instrumentalmusik die Musikdramen Richard Wagners nahebrachte; Wagner persnlich lernte er 1865 kennen, nachdem er in Wien bereits mit Hector Berlioz und in Budapest mit Franz Liszt zusammengekommen war. Seine wichtigste Bekanntschaft war jedoch die mit dem Wiener Hofkapellmeister Ignaz Amayer, der ihm manche psychische und auch tatkrftige Untersttzung zukommen lie, und mit dessen Nachfolger Johann Herbeck, auf dessen Anregung er 1868 als Lehrer fr Generalba, Kontrapunkt und Orgel an das Konservatorium in Wien berufen wurde. Sein Ruf als Organist und Orgelimprovisator war inzwischen bereits ber die Grenzen seiner Heimat gedrungen, im Jahr 1869 gab er in Nancy und Paris Orgelkonzerte, 1871 in London und 1880 in der Schweiz. Auch in Wien erweiterte sich der Kreis, der erkannte oder zumindest ahnte, welche berragende Musikerpersnlichkeit Anton Bruckner darstellte, obwohl seine Werke selten, von der Meute seiner Gegner nach Krften hintertrieben, oder berhaupt nicht aufgefhrt wurden; man bertrug ihm 1875 das Lektorat fr Musiktheorie an der Wiener Universitt, die ihm 1891 das Ehrendoktorat verlieh, 1878 wurde er Organist der Hofkapelle. Er starb am 11.10.1896 in Wien und wurde, seinem Wunsche entsprechend, nach St. Florian bergefhrt und unter der groen Orgel des Stifts beigesetzt, frei hineingestellt und nicht versenkt, wie er es in seinem Testament verlangt hatte. Sein Charakterbild, obwohl von der Parteien Gunst und Gegnerschaft verzerrt, schwankt nicht in der Geschichte. Er war stets der gleiche und sich selbst treu geblieben. Seine bertriebene Devotion hhergestellten Menschen gegenber und auch solchen, die er fr hhergestellt hielt, war ein Produkt seiner Erziehung, seiner Jugenderlebnisse und der engen Verhltnisse, aus denen er kam. Immer hatte er strenge Vorgesetzte, als Schler, als Lehrer und als Musiker, daher erblickte er berall Strkere und Bessere, auch wenn es nur hmische Kritiker und gehssige Gegner waren, die seine Empfindlichkeit und Wehrlosigkeit erkannten und sadistisch ausntzten, weil sie mit dem Instinkt des Minderwertigen sprten, wie wenig sein geradliniger Sinn und seine aufrichtige Geisteshaltung durchschauten, da der Unrat, mit dem sie ihn bewarfen, nur die Tter selbst beschmutzte. Die gegen ihn gerichteten Pamphlete unter dem Deckmantel einer vorgegebenen Wissenschaftlichkeit, die seine Musik als halbmystischen Unsinn, malose Exaltation und traumverwirrten Katzenjammerstil bezeichneten, hatten in ihrer praktischen Auswirkung immerhin zur Folge, da nicht alle Sinfonien aufgefhrt wurden, wenngleich sich namhafte Musiker, die seine Bedeutung erkannten, mit allen Anstrengungen dafr einsetzten. Es waren aber doch zu wenige, um allen Schaden zu verhten, der unverantwortlich gegen die Gesetze der guten Sitten Anton Bruckner materiell und vor allem ideell angetan wurde. Er htte auch mehr Ehrungen und Anerkennung bentigt, weil das Selbstvertrauen des stndig Unsicheren und Verunsicherten strker geworden wre, obschon sein Name durch Titel und Auszeichnungen nichts mehr dazugewinnen htte knnen, denn auch das Ehrendoktorat vermochte nur die Ehrfurcht eines Universittsrektors vor dem ehemaligen Unterlehrer von Windhaag zu bekunden, weil die Wissenschaft halt machen mu und ihr unbersteigbare Grenzen gesetzt sind, wo das Reich der Kunst beginnt, die das auszudrcken vermag, was allem Wissen verschlossen bleibt. Zuweilen lehnte er sich selbst auf gegen die endlosen Schmhungen und Verspottungen, erklrte: Ich bin der Bruckner und hatte damit eigentlich alles ber sich gesagt, denn er war es, ist es heute noch und wird es bleiben, whrend die Namen aller seiner Widersacher schon lngst vergessen sind. Nation: