Komponisten A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Leben Werke Geschichte Einspielungen Literatur Zuletzt Fachwort Werke - Benutzer Rechte Komponist Nach-/Vorname: geboren: gestorben: Leben: Orlando di Lasso (Orlande Lassus oder Roland de Lassus, wie sein eigentlicher Name lautete, der spter lateinisch ausgesprochen und ziemlich sinnlos zu Lasso italianisiert wurde) ist um 1532 in Mons geboren, wo er an Saint-Nicolas als Chorknabe seine musikalische Laufbahn begann. Seine schne Stimme und Musikalitt fielen bald auf. Ferrante I. Gonzaga, Vizeknig von Sizilien, der bei Saint-Dizier kaiserliche Truppen befehligte, erhielt von den Eltern des Knaben die Erlaubnis, ihn nach Sizilien mitzunehmen. Orlando hielt sich einige Jahre in Sizilien und dann in Mailand im Dienst des Vizeknigs auf, kam sodann um 1550 in die Obhut des Marchese della Terza. Im Jahr 1553 wurde ihm die Kapellmeisterstelle an San Giovanni in Laterano anvertraut, er gab diese Stelle jedoch schon naceinem Jahr wieder auf und absolvierte anschlieend vermutlich eine Reise durcFrankreich und England, ber die es keine nheren Berichte gibt. Es ist aber sicher, da er irgendwie mit dem franzsischen Hof, von dem er ab 1560 eine Pension bezog, in nheren Kontakt gekommen ist. Um 1555 lie er sich in Antwerpen nieder, ohne eine feste Stellung anzunehmen. Im Jahre 1556 berief ihn Herzog Albrecht V. von Bayern an die Hofkapelle in Mnchen, deren Leitung ihm nach wenigen Jahren bertragen wurde und bis zu seinem Tod am 14. 6. 1594 in seinen Hnden blieb. Noch vor 1560 heiratete er Regina Wckinger, die Tochter eines Hofbeamten in Mnchen. Zwei seiner Kinder, die Shne Ferdinand und Rudolph, sind in bescheidenemMa als Musiker bekannt geworden. Als Antonio Scandelli, der Leiter der kurschsischen Hofkapelle in Dresden, 1580 starb, wurde Orlando di Lasso die Nachfolge angeboten. Er lehnte ab, er wollte Mnchen nicht verlassen. Auch bahnte sich bereits sein schweres Nervenleiden an, das bald zum Ausbruch kam; er verfiel in Depressionen, die sich stetig vertieften, verlor immer mehr den Kontakt mit der Umwelt und erkannte zuweilen nicht einmal mehr seine Frau. Die Herabsetzung der Kapellenmitglieder von 44 auf 22 durch Herzog Wilhelm V. (1548 bis 1626), dem Nachfolger Albrechts V., empfand Lasso als persnliche Krnkung, was seinen Zustand, der auf berarbeitung zurckgefhrt wurde, sicherlich verschrfte. Von seinen Zeitgenossen wurde Lasso vielfach ber alle anderen Musiker gestellt. Der franzsische Knig Karl IX. machte ihm anllich seines Frankreichaufenthaltes 1571 schmeichelhafte Angebote, der deutsche Kaiser Maximilian II. erhob ihn 1570 in den Adelsstand, Papst Gregor XIII. verlieh ihm 1574 fr die Widmung mehrerer Messen den Titel eines Ritters vom Goldenen Sporn. Sein ltester Sohn Ferdinand de Lasso (um 1560, Mnchen, bis 27. B. 1609, Mnchen) wurde Hofkapellmeister in Mnchen. Rudolph de Lasso (um 1563, Mnchen, bis 1626, Mnchen) war Organist und Komponist in Mnchen. Beide besorgten die Herausgabe der Werke ihres Vaters. Ein weiterer Sohn namens Ernst sang in der vom Vater geleiteten Kapelle. Orlando di Lasso wurde auf dem Franziskanerfriedhof in Mnchen beigesetzt. Nach der Skularisation des Klostereigentumes wurde der Grabstein in den Garten des Nationalmuseums gebracht. Nation: