Humfrey Pelham (ca. 1650 – ca. 1690)
Leben
Humfrey Pelham, dessen exakte Lebensdaten der Forschung noch Rätsel aufgeben, wurde vermutlich um die Mitte des 17. Jahrhunderts in England geboren und verstarb wohl vor der Jahrhundertwende um 1690. Über seine Herkunft und Ausbildung ist wenig Konkretes überliefert, doch legt die Qualität seiner überlieferten Werke eine fundierte musikalische Bildung nahe. Er war aktiv in der lebhaften musikalischen Szene der englischen Restorationszeit, einer Ära des kulturellen Aufbruchs nach der puritanischen Interregnum-Periode. In dieser Zeit des wiedererwachenden Hof- und Gesellschaftslebens, das sich nach Musik sehnte, fand Pelham sein Betätigungsfeld. Es ist wahrscheinlich, dass er Verbindungen zu den Musikern der Chapel Royal oder anderen prominenten Londoner Kreisen unterhielt, auch wenn direkte Belege rar sind. Sein Wirken fällt in eine Periode, die von großen Meistern wie Henry Purcell und John Blow dominiert wurde, was dazu beigetragen haben mag, dass Pelham, wie viele seiner Zeitgenossen, heute weniger bekannt ist.Werk
Pelhams kompositorisches Schaffen konzentriert sich hauptsächlich auf Vokalmusik. Er ist vor allem für seine Beiträge zu populären Genres wie *catches*, *glees* und Lieder bekannt, die oft in zeitgenössischen Sammlungen veröffentlicht wurden. Eine seiner bekanntesten Kompositionen ist der Catch "Bring forth the Rhenish wine", der beispielhaft für seinen witzigen Stil und seine Fähigkeit ist, eingängige Melodien mit cleveren Textarrangements zu verbinden. Solche Catches waren bei gesellschaftlichen Anlässen äußerst beliebt und zeugen von einer blühenden Tradition geselliger Musikpflege.Neben diesen weltlichen Stücken komponierte Pelham auch geistliche Musik, darunter Anthems für den Gottesdienst, die seine Vielseitigkeit und sein Beherrschen kontrapunktischer Techniken unterstreichen. Seine Werke finden sich in wichtigen Anthologien des späten 17. Jahrhunderts, wie den Ausgaben von John Playfords *The Musical Companion* und *Choice Ayres and Songs*, was darauf hindeutet, dass er zu seinen Lebzeiten ein anerkannter Komponist war, dessen Musik breite Verbreitung fand.