# Auber, Daniel François Esprit
Leben
Daniel François Esprit Auber wurde am 29. Januar 1782 in Caen geboren und verstarb am 12. Mai 1871 in Paris. Sein Vater war ein wohlhabender Drucker und Kunsthändler, der Auber ursprünglich für eine kaufmännische Laufbahn vorsah. Auber erhielt früh Musikunterricht, zeigte jedoch zunächst keine Ambitionen, eine professionelle musikalische Karriere einzuschlagen. Stattdessen verbrachte er einige Jahre in London, wo er im Geschäft seines Vaters tätig war und gleichzeitig seine musikalischen Fähigkeiten verfeinerte.
Zurück in Paris begann Auber ernsthafter zu komponieren, zunächst kleine Lieder und Kammermusik. Seine ersten Bühnenversuche, wie die Oper *L'erreur d'un moment* (1805), waren wenig erfolgreich. Erst durch die Förderung und den Unterricht von Luigi Cherubini, der sein Talent erkannte und ihn in Harmonielehre und Kontrapunkt unterwies, fand Auber zu seinem eigenen Stil. Sein Durchbruch gelang ihm 1820 mit der Opéra-comique *La bergère châtelaine*.
Auber genoss großes Ansehen in Frankreich und darüber hinaus. 1825 wurde er Mitglied der Académie des Beaux-Arts, 1842 Direktor des Pariser Conservatoire und 1857 kaiserlicher Hofkapellmeister unter Napoleon III. Sein langes Leben umfasste die bedeutendsten politischen und kulturellen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts in Frankreich, von der Ersten Republik bis zum Zweiten Kaiserreich, und er blieb bis ins hohe Alter produktiv und geschätzt.
Werk
Aubers Schaffen konzentrierte sich fast ausschließlich auf die Oper, wobei er über 40 Werke komponierte. Sein Stil zeichnet sich durch eine unnachahmliche Eleganz, melodische Anmut, spritzige Rhythmik und brillante Orchestrierung aus. Er war ein Meister der Opéra-comique, die er mit Witz und Charme füllte, aber auch ein entscheidender Wegbereiter des Grand Opéra.
Sein bahnbrechendstes Werk war _La Muette de Portici_ (Die Stumme von Portici, 1828), das oft als die erste Grand Opéra überhaupt betrachtet wird. Mit seinen spektakulären Massenszenen, dramatischen Chören und dem revolutionären Sujet des Aufstands gegen Tyrannei (die Handlung löste tatsächlich Unruhen in Brüssel aus und trug zur Belgischen Revolution bei) setzte es neue Maßstäbe für das Genre. Es war ein immenser Erfolg und beeinflusste Komponisten wie Meyerbeer, Halévy und Verdi.
Weitere bedeutende Werke umfassen:
Aubers Musik ist oft von einer leichten, aber effektvollen Instrumentation geprägt. Er verstand es, das Publikum zu unterhalten und gleichzeitig dramatische Tiefe zu schaffen. Charakteristisch ist auch seine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Librettisten Eugène Scribe, der über 30 Texte für ihn lieferte und entscheidend zu seinem Erfolg beitrug.
Bedeutung
Daniel François Esprit Auber war eine Schlüsselfigur in der Entwicklung der französischen Oper des 19. Jahrhunderts. Er modernisierte die Opéra-comique, indem er ihr eine neue Brillanz und Raffinesse verlieh, und war gleichzeitig ein Pionier des Grand Opéra, dessen Form er maßgeblich mitgestaltete. Seine Werke trugen dazu bei, Paris zum unangefochtenen Zentrum der Opernwelt zu machen.
Seine Musik, obwohl heute seltener aufgeführt als zu seinen Lebzeiten, war zu seiner Zeit äußerst populär und einflussreich. Komponisten wie Rossini und Wagner zollten ihm Respekt, und viele seiner melodischen und dramaturgischen Innovationen wurden von nachfolgenden Generationen aufgegriffen. Auber verkörperte den „französischen Stil“ in der Oper: elegant, klar, melodisch und dramatisch wirkungsvoll, ohne überladen zu wirken. Seine Bedeutung für die Musikhistorie, insbesondere für die Etablierung des französischen Opernrepertoires, ist unbestreitbar. Er hinterließ ein reiches Erbe an charmanten und dramatisch packenden Bühnenwerken, die die Vielfalt und den Glanz der französischen Oper des 19. Jahrhunderts widerspiegeln.