Leben
Elias Nicolaus Ammerbach wurde um 1530 in Naumburg (Saale) geboren und verstarb am 29. Januar 1597 in Leipzig. Über seine frühen Jahre und seine Ausbildung ist wenig Gesichertes bekannt, es wird jedoch angenommen, dass er seine musikalische Bildung, insbesondere im Orgelspiel, in Leipzig erhielt oder dort vervollständigte. Seine berufliche Laufbahn fand fast ausschließlich in Leipzig statt, wo er ab 1561 bis zu seinem Tod das hochangesehene Amt des Organisten an der Thomaskirche bekleidete. Diese Position, die er über drei Jahrzehnte innehatte, zeugt von seiner musikalischen Kompetenz und seiner festen Verankerung im Leipziger Musikleben der Spätrenaissance. Ammerbach heiratete im Laufe seines Lebens viermal, was auf eine bürgerliche Existenz und eine lange Schaffensperiode in der Stadt hinweist. Seine Tätigkeit als Kirchenmusiker umfasste neben dem liturgischen Orgelspiel auch die Unterweisung von Schülern, was sich maßgeblich in seinem Hauptwerk widerspiegeln sollte.
Werk
Ammerbachs musikalisches Schaffen konzentrierte sich auf die Orgel und ist untrennbar mit seinen drei bedeutenden Tabulaturbüchern verbunden, die zu den frühesten und einflussreichsten gedruckten Werken für Tasteninstrumente in Deutschland zählen:
1. Orgel oder Instrument Tabulatur (Leipzig, 1571): Dies ist Ammerbachs Opus magnum und zugleich eine epochale Publikation. Es ist die erste gedruckte Orgel-Tabulatur, die in der sogenannten *neu-deutschen Tabulatur* verfasst wurde. Im Gegensatz zur älteren deutschen Orgeltabulatur, die alle Stimmen mit Buchstaben notierte, verwendete die neu-deutsche Tabulatur für die Oberstimme die übliche Notenlinie und für die Unterstimmen Buchstaben. Dies erleichterte das Lesen für Organisten, die auch mit vokalen Partituren vertraut waren. Das Buch enthält Arrangements von Vokalwerken – Motetten, Chansons, deutschen Liedern – von führenden Komponisten seiner Zeit wie Orlando di Lasso, Clemens non Papa, Ludwig Senfl und weiteren, sowie eine Reihe von Tanzstücken und eigene Kompositionen Ammerbachs. Der didaktische Charakter des Werkes ist evident; es diente der Verbreitung von Repertoire und der Unterweisung im Orgelspiel.
2. Ein new kunstlich Tabulaturbuch (Leipzig, 1583): Diese erweiterte und überarbeitete Ausgabe baute auf dem Erfolg des ersten Buches auf. Sie enthielt eine größere Auswahl an Stücken, darunter weitere französische Tänze und italienische Madrigale, die für die Orgel bearbeitet wurden. Die Komplexität der Arrangements nahm leicht zu, was auf eine Weiterentwicklung der Spieltechnik und des Repertoires hindeutet.
3. Orgel oder Instrument Tabulatur (Leipzig, 1593): Praktisch eine Neuauflage der Ausgabe von 1583, unterstreicht sie die anhaltende Popularität und den praktischen Nutzen von Ammerbachs Sammlungen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts.
Ammerbachs Arrangements zeichnen sich oft durch eine pragmatische Anpassung der Vokalvorlagen an die spezifischen Anforderungen der Orgel aus, wobei die Lesbarkeit und Spielbarkeit für den praktizierenden Kirchenmusiker im Vordergrund standen. Seine eigenen Kompositionen sind meist kurze, funktionale Stücke oder Intonationen.
Bedeutung
Elias Nicolaus Ammerbachs historische Bedeutung ist immens und vielschichtig: