# Arne, Thomas Augustine (1710-1778)
Leben
Thomas Augustine Arne wurde am 12. März 1710 in London als Sohn eines wohlhabenden Polsterers geboren. Ursprünglich für eine Karriere in der Rechtswissenschaft vorgesehen, zeigte Arne schon früh eine leidenschaftliche Neigung zur Musik, die er heimlich verfolgte. Sein Vater sandte ihn nach Eton und später in ein Anwaltsbüro, doch Arne nutzte jede Gelegenheit, um Musik zu studieren, oft indem er sich auf den Dachboden zurückzog, um eine geliehene Geige zu spielen. Sein Talent wurde schließlich von dem Geiger Michael Festing entdeckt, der ihn ermutigte, seine musikalischen Studien fortzusetzen. Arne erhielt auch Unterricht von dem renommierten deutschen Komponisten Johann Christoph Pepusch.Ein entscheidender Faktor für Arnes frühe Karriere war seine Familie. Seine Schwester, Susannah Maria Arne (später Cibber), wurde eine berühmte Schauspielerin und Sängerin, für die Arne einige seiner ersten Werke komponierte. Er komponierte für sie die Musik zu einer Aufführung von Addison's Oper *Rosamond* (1733) und war maßgeblich an der Entwicklung ihrer stimmlichen Karriere beteiligt. 1737 heiratete Arne die Sopranistin Cecilia Young, eine weitere talentierte Musikerin, die in vielen seiner Werke die Hauptrolle sang und ihm einen weiteren Zugang zu den Bühnen Londons verschaffte. Arne war zeitlebens eng mit den Londoner Theatern verbunden, insbesondere mit Drury Lane und Covent Garden, für die er einen Großteil seiner Musik schrieb.
Werk
Arnes umfangreiches Œuvre umfasst Opern, Oratorien, Maskenspiele (Masques), Bühnenmusiken für Dramen, Lieder und Instrumentalwerke. Sein Stil ist geprägt von einer Mischung aus barocker Eleganz und dem aufkommenden klassischen Geschmack, wobei er stets einen unverwechselbaren englischen Ton beibehielt. Er war ein Meister der Melodie und des dramatischen Ausdrucks.Zu seinen bekanntesten Werken zählen:
Bedeutung
Thomas Augustine Arne ist einer der bedeutendsten englischen Komponisten des 18. Jahrhunderts und eine Schlüsselfigur in der Entwicklung der englischen Musik nach Henry Purcell. Er trug maßgeblich dazu bei, die englische Operntradition wiederzubeleben und ihr eine eigenständige Stimme neben den dominierenden italienischen und deutschen Einflüssen zu verleihen. Mit seinen Bühnenwerken prägte er den Klang des Londoner Theaters über Jahrzehnte.Sein größtes Vermächtnis ist jedoch die Schaffung eines musikalischen Repertoires, das tief in der englischen Kultur verwurzelt ist. „Rule, Britannia!“ wurde nicht nur zu einem nationalen Symbol, sondern Arnes gesamte Musik verkörperte oft einen spezifisch englischen Charakter, der sich von seinen kontinentalen Zeitgenossen abhob. Er war ein Brückenbauer zwischen dem Spätbarock und der frühen Klassik und seine Werke fanden ein breites Publikum. Arne verstarb am 5. März 1778 in London und hinterließ ein reiches musikalisches Erbe, das die englische Identität musikalisch untermauerte und bis heute relevant bleibt.