Leben
Anton Cajetan Adlgasser wurde am 1. Oktober 1729 in Inzell (damals Fürstbistum Salzburg, heute Bayern) geboren und verstarb am 21. Dezember 1777 in Salzburg. Seine musikalische Ausbildung erhielt er in Salzburg, wo er möglicherweise Schüler von Johann Ernst Eberlin war. Im Jahr 1750 wurde er Organist an der Kollegiatkirche St. Peter und 1754 zum Hoforganisten an der fürsterzbischöflichen Kathedrale ernannt. 1764 folgte die Ernennung zum Hofkapellmeister. Adlgasser war ein geschätzter Kollege und Freund von Leopold Mozart und dessen Familie. Dies führte zu einer bedeutenden musikalischen Zusammenarbeit: Im Jahr 1767 komponierte er zusammen mit Michael Haydn und dem elfjährigen Wolfgang Amadeus Mozart das Oratorium *Die Schuldigkeit des ersten Gebots*. 1771 unternahm Adlgasser eine Italienreise in Begleitung des Fürsterzbischofs Sigismund Graf Schrattenbach, eine Erfahrung, die seinen Stil prägte. Sein plötzlicher Tod ereignete sich, während er die Orgel im Salzburger Dom spielte, ein tragisches Ende für eine so zentrale Figur des Salzburger Musiklebens.Werk
Adlgassers Œuvre ist breit gefächert, doch der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der geistlichen Musik, die für den liturgischen Bedarf der Salzburger Hofkapelle entstand. Er komponierte rund 40 Messen, darunter Requiem-Vertonungen, zahlreiche Lieder, Vespern, Litaneien, Offertorien und Oratorien. Zu seinen bekanntesten Werken gehört das Oratorium *Die sieben letzten Worte des Erlösers am Kreuze* (1777), welches postum von Michael Haydn ergänzt wurde.Neben der geistlichen Musik schuf Adlgasser auch eine Reihe von instrumentalen Werken, darunter:
Stilistisch bewegt sich Adlgasser im Übergangsfeld zwischen spätem Barock und früher Klassik. Seine Musik zeichnet sich durch eine Mischung aus kontrapunktischer Meisterschaft, die er von seinen barocken Vorgängern erbte, und der neuen galanten Melodik und Klarheit der Vorklassik aus. Er integrierte sowohl italienische als auch süddeutsche Einflüsse und schuf Werke von hoher Qualität und Ausdruckskraft, die den Anforderungen der fürsterzbischöflichen Hofkapelle entsprachen.