Leben
Samuel Arnold wurde 1740 in London geboren und erhielt seine musikalische Ausbildung bei James Nares, dem Organisten der Chapel Royal. Seine frühe Karriere begann er 1765 als Komponist und Direktor an den Marylebone Gardens, wo er erste Erfolge feierte. Arnolds Verbindung zu den Londoner Theatern, insbesondere Covent Garden und Haymarket, sollte prägend für sein gesamtes Schaffen sein. 1773 wurde ihm die Ehrendoktorwürde (Doctor of Music) der Universität Oxford verliehen, für die er sein Oratorium *The Prodigal Son* komponierte. Im Jahr 1783 erfolgte seine Ernennung zum Organisten und Komponisten der Chapel Royal, und 1793 erreichte er den Höhepunkt seiner kirchenmusikalischen Karriere mit der Berufung zum Organisten der Westminster Abbey. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit war Arnold auch als Impresario aktiv und besaß zeitweise das Lyceum Theatre. Ein monumentales Unterfangen, das seinen Ruf als Musikwissenschaftler festigte, war die Initiierung und Herausgabe der ersten Gesamtausgabe von Händels Werken zwischen 1789 und 1797, die 40 Bände umfasste, wenngleich sie später wegen ihrer editorischen Freiheiten kritisiert wurde. Samuel Arnold verstarb 1802 in London und wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.Werk
Arnolds Werk umfasst ein breites Spektrum musikalischer Gattungen, wobei seine Bühnenwerke den Kern seines Schaffens bilden. Mit über 80 Opern, Singspielen, Pasticcios, Pantomimen und Maskenspielen war er einer der produktivsten Komponisten seiner Zeit für das englische Musiktheater. Zu seinen bekanntesten Bühnenwerken zählen *The Maid of the Mill* (1765), *The Castle of Andalusia* (1782) und *Inkle and Yarico* (1787). Seine Musik zeichnet sich durch eingängige Melodien, leichtfüßige Instrumentation und eine geschickte Anpassung an den jeweiligen Publikumsgeschmack aus, oft unter Verwendung volksmusikalischer Elemente.Neben seinen Bühnenwerken komponierte Arnold auch mehrere Oratorien, darunter die vielbeachteten *The Cure of Saul* (1767) und das bereits erwähnte *The Prodigal Son*. Als Organist der Chapel Royal und der Westminster Abbey schuf er zudem diverse Anthems und andere geistliche Werke, die jedoch im Schatten seiner theatralischen Erfolge stehen. Seine editorische Leistung in Bezug auf die Händel-Edition, trotz ihrer methodischen Mängel aus heutiger Sicht, bleibt ein wichtiges Zeugnis seiner Leidenschaft für die Musikgeschichte und seiner Rolle bei der Kanonisierung Händels in England.