Leben
Thomas Appleby wurde um 1505 geboren und verstarb 1562. Seine Karriere ist untrennbar mit der Kathedrale von Lincoln verbunden, wo er eine zentrale Rolle im musikalischen Leben spielte. Bereits 1537 ist er als Master of the Choristers (Leiter der Chorknaben) und Organist belegt, eine Position, die er – mit möglichen Unterbrechungen – bis zu seinem Tod innehatte. Applebys Leben und Schaffen fielen in eine der turbulentesten Perioden der englischen Geschichte, die Zeit der englischen Reformation, die tiefgreifende Auswirkungen auf die kirchliche Musik hatte. Er erlebte die Herrschaften von Heinrich VIII., Eduard VI., Maria I. und Elisabeth I. und musste sein musikalisches Wirken den sich ständig ändernden liturgischen Anforderungen anpassen, die von katholischer lateinischer Liturgie bis zu protestantischer englischer Liturgie reichten. Dies erforderte eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit und pragmatische Haltung.Werk
Applebys erhaltenes Werk ist, typisch für viele Komponisten seiner Zeit, relativ klein und primär der Sakralmusik zuzuordnen. Es umfasst vor allem Stücke, die für den anglikanischen Gottesdienst konzipiert waren, darunter:Stilistisch bewegt sich Appleby in der polyphonen Tradition der englischen Renaissance. Seine Musik zeichnet sich durch handwerkliche Solidität und einen expressiven Umgang mit den Texten aus. Die Fähigkeit, sowohl lateinische Texte (aus seiner frühen Karriere) als auch die neu aufkommenden englischen Texte wirkungsvoll zu vertonen, unterstreicht seine musikalische Flexibilität. Obwohl keine eindeutig ihm zugeschriebenen Instrumentalwerke überliefert sind, ist es aufgrund seiner Position als Organist sehr wahrscheinlich, dass er auch Orgelmusik komponierte oder improvisierte.