Sir Arthur Edward Drummond Bliss (1891–1975) zählt zu den bedeutendsten Komponisten des modernen Großbritanniens, dessen vielseitiges Schaffen sowohl die dynamischen Veränderungen als auch die reiche Tradition der englischen Musik des 20. Jahrhunderts widerspiegelt.
Leben
Arthur Bliss wurde am 2. August 1891 in Barnes, London, geboren. Seine musikalische Ausbildung begann am Rugby School und führte ihn anschließend zum Pembroke College in Cambridge, wo er Musik studierte und Bekanntschaft mit Komponisten wie Ralph Vaughan Williams und Gustav Holst machte. Ab 1913 setzte er seine Studien am Royal College of Music in London fort, unter anderem bei Sir Charles Villiers Stanford für Komposition und Charles Wood für Dirigieren. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrach seine Studien; Bliss diente als Offizier an der Westfront, wo er zweimal verwundet wurde und traumatisierende Erfahrungen machte, die seine spätere Musik subtil beeinflussten. Nach dem Krieg trat er mit Werken hervor, die von einer avantgardistischen Frische und Experimentierfreude geprägt waren, darunter das Konzert für Tenor, Streicher und Schlagzeug (1920) und die "Rout" (1920). In den 1920er Jahren verbrachte er einige Zeit in den USA, wo er seine spätere Frau kennenlernte. Später engagierte er sich stark für das BBC und wurde 1942 zum Direktor für Musik ernannt. Im Jahr 1950 wurde er für seine Verdienste um die Musik zum Ritter geschlagen und 1953 als Nachfolger von Arnold Bax zum Master of the Queen's Music ernannt, ein Amt, das er bis zu seinem Tod 1975 innehatte.Werk
Bliss' kompositorisches Schaffen ist außerordentlich breit gefächert und umfasst nahezu alle Genres. Sein Stil entwickelte sich von einem frühen, oft als provokativ empfundenen Modernismus, der von Strawinsky und den französischen Les Six inspiriert war, hin zu einer reiferen, lyrischeren und neoromantischen Tonsprache, die jedoch nie ihre rhythmische Vitalität und orchestrale Brillanz verlor.Orchesterwerke: Zu seinen bedeutendsten Orchesterwerken zählen die "A Colour Symphony" (1922, revidiert 1932), eine innovative programmatische Sinfonie, die jeder der vier Sätze eine Farbe und eine assoziierte Emotion zuordnet; das "Edinburgh Overture" (1956); und das "Concerto for Piano and Orchestra" (1939). Sein Ballett "Checkmate" (1937) ist ein weiteres herausragendes Beispiel seiner dramatischen Orchestrierung.
Opern und Ballette: Neben "Checkmate" komponierte er die Oper "The Olympians" (1949) und "Tobias and the Angel" (1960).
Chorwerke: Er schrieb eine Reihe wichtiger Chorwerke, darunter "Morning Heroes" (1930), eine monumentale, elegische Sinfonie für Erzähler, Chor und Orchester, die seine Kriegserfahrungen reflektiert und Zitate von Homer, Whitman und Wilfred Owen verwendet. Auch "The Beatitudes" (1961) ist ein bedeutendes religiöses Werk.
Filmmusik: Bliss war ein Pionier der Filmmusik in Großbritannien und komponierte herausragende Partituren für Filme wie "Things to Come" (1936) unter der Regie von H.G. Wells, was ihm internationale Anerkennung einbrachte, und "Men of Two Worlds" (1946).
Kammermusik: Seine Kammermusik umfasst Werke wie das "Clarinet Quintet" (1932) und die "Oboe Quintet" (1927), die seine lyrische Seite und sein feines Gespür für Klangfarben zeigen.