Eduard Hanslick bersicht Vorwort Kapitel I. a Kapitel I. b Kapitel II. Kapitel III. Kapitel IV. Kapitel V. Kapitel VI. Kapitel VII. Zuletzt Fachwort Werke - Benutzer Rechte Eduard Hanslick - Vom musikalisch Schnen - Kapitel I. a) Unwissenschaftlicher Standpunkt der bisher musikalischen Aesthetik Die Zeit jener sthetischer Systeme ist vorrber, welche das Schne nur in Bezug auf die dadurch wachgerufenen „Empfindungen” betrachtet haben. Der Drang nach objektiver Erkenntnis der Dinge, soweit sie menschliche Forschung vergnnt ist, mute eine Methode strzen, welche von der subjectiven Empfindung ausging, um nach einem Spaziergang ber die Peripherie des untersuchten Phnomens wieder zur Empfindung zurckzugelangen. Kein Pfad fhrt ins Zentrum der Dinge, allein jeder mu dahin gerichtet sein. Der Muth und die Fhigkeit, den Dingen selbst an den Leib zu rcken, zu untersuchen, was losgelst von den tausendfltig wechselnden Eindrcken, die sie auf den Menschen ben, ihr Bleibendes, Objectives, wandellos Giltiges sei, — sie charakterisieren die moderne Wissenschaft in ihren verschiedenen Zweigen. Diese objective Richtung konnte nicht ermangeln, sich auch der Erforschung des Schnen alsbald mitzutheilen. Die philosphische Behandlung der Aesthetik, welche auf metaphysischen Wege sich dem Wesen des Schnen zu nhern versucht und dessen letzte Elemente aufzeigt, ist ein Erwerb neuerer Zeit. Sollte sich nun immerhin auch in Behandlung sthetischer Fragen ein Umschwung in der Wissenschaft vorbereiten, welcher an der Stelle des metaphysischen Prinzips eine der inductiven naturwissenschaftlichen Methode verwandte Anschauung zu mchtigen Einflu und wenigstens zeitlicher Oberhand verhlfe, — vor der Hand stehen die jngsten Spitzen unserer Wissenschaft noch unverdunkelt da und behaupten fr alle Zeit das unvergngliche verdienst, die Herrschaft der unwissenschaftlichen Empfindungs-Aesthetik vernichtet, und das Schne in seinen ureigenen, reinen Elementen durchforscht zu haben. Lagen einmal die Elemente des Schnen in ihrer Allgemeinheit vor, so war es an den Fachkundigen, die specifische Art zu erforschen, in welcher sich dieselben an den einzelnen Knsten verwirklichen und bestimmen. Die sthetischen Principe der Malerei, Architektur, Musik muten gewonnen und Special-Aesthetiken entwickelt werden.