# Wolfgang Amadeus Mozart: "Mentre ti lascio, o figlia", Arie für Bass, KV 513
Leben und Entstehung
Die Bassarie "Mentre ti lascio, o figlia" (Während ich dich verlasse, o Tochter), katalogisiert als KV 513, entstand im März des Jahres 1787 in Wien. Diese Schaffensperiode Mozarts war geprägt von außerordentlicher Produktivität und künstlerischer Reife. Kurz nach der triumphanten Uraufführung von *Le nozze di Figaro* und inmitten der Arbeit an *Don Giovanni*, zeugt KV 513 von Mozarts unermüdlichem Schaffen abseits der großen Opernbühnen. Die Arie ist dem jungen Gottfried von Jacquin gewidmet, einem engen Freund und Amateurmusiker, der auch für Mozarts Kanons als Sänger fungierte. Diese Widmung unterstreicht Mozarts oft praktizierte Methode, Gelegenheitswerke für seinen persönlichen Kreis oder spezifische Interpreten zu schaffen, die sein Vertrauen und seine Freundschaft genossen.Das Werk im Detail
Genre und Textgrundlage
Bei KV 513 handelt es sich um eine eigenständige Konzertarie, die nicht Teil einer Oper ist, sondern für den konzertanten Vortrag gedacht war. Der Text stammt aus Pietro Metastasios Libretto *Demofoonte*, welches Mozart zuvor in seiner Jugend kennengelernt hatte. Das Stück beginnt mit dem Rezitativ "Ah, spietato", gefolgt von der eigentlichen Arie "Mentre ti lascio". Der Inhalt des Textes ist von tiefem emotionalem Gewicht: Er schildert den verzweifelten Abschied eines Vaters von seiner Tochter, die er für immer zu verlieren fürchtet – ein Ausdruck väterlicher Liebe, unerbittlicher Trauer und resignativer Akzeptanz eines vermeintlich grausamen Schicksals.Musikalische Charakteristika
*Mentre ti lascio, o figlia* ist in Es-Dur gesetzt, einer Tonart, die Mozart oft für noble, feierliche oder zutiefst emotionale Inhalte wählte. Die Arie ist typisch für die Konzertarienstruktur jener Zeit und gliedert sich in einen langsameren, expressiven Teil (*Andante sostenuto*) und einen schnelleren, dramatisch bewegteren Teil (*Allegro assai*).Die instrumentale Besetzung umfasst Oboen, Fagotte, Hörner und Streicher. Mozart nutzt diese Orchesterfarben mit außerordentlicher Finesse, um die emotionale Palette des Textes zu untermalen und zu verstärken. Besonders hervorzuheben ist: