# Wolfgang Amadeus Mozart – Arie für Bass „Per questa bella mano“, KV 612
Leben und Entstehung
Die konzertante Bassarie „Per questa bella mano“, oft als eine der anspruchsvollsten des Repertoires betrachtet, entstand im Frühjahr 1791, Mozarts Todesjahr. Inmitten der Kompositionen zu "Die Zauberflöte" und seinem Requiem schuf Mozart dieses Werk, das seine unermüdliche Kreativität und experimentelle Ader bis zuletzt unterstreicht. Die Arie wurde für den befreundeten Bassisten Franz Xaver Gerl komponiert, der als erster Darsteller des Sarastro in "Die Zauberflöte" brillierte und die stimmlichen Anforderungen, die Mozart an ihn stellte, meisterhaft erfüllte. Gerl war zudem mit Barbara Reisinger verheiratet, der ersten Königin der Nacht, was die enge Verbindung Mozarts zu dieser Künstlerfamilie hervorhebt. Es wird angenommen, dass Gerl selbst ein versierter Kontrabassist war oder einen solchen im Freundeskreis hatte, was die außergewöhnliche Besetzung der Arie erklärt.Das Werk: Musikalische Struktur und Merkmale
„Per questa bella mano“ ist formal in zwei Teile gegliedert: ein einleitendes Rezitativ ("Ma che vi fece, o stelle") und die eigentliche Aria ("Per questa bella mano"). Der anonyme italienische Text handelt von einem leidenschaftlichen Liebesschwur und der Hingabe an die geliebte Hand.Das herausragende Merkmal dieser Arie ist die instrumentale Besetzung: Neben der Bassstimme wird sie von einem obligaten Kontrabass begleitet, der nicht nur eine begleitende, sondern eine eigenständige, hochvirtuose Solopartie spielt. Dieser Dialog zwischen der tiefen Singstimme und dem Solokontrabass ist einzigartig in Mozarts Schaffen und verleiht dem Stück eine besondere klangliche Tiefe und Dramatik. Der Kontrabass agiert hierbei als gleichberechtigter Partner, der die melodischen Linien der Singstimme aufgreift, erweitert und kontrapunktisch verarbeitet.
Die Basspartie selbst ist extrem anspruchsvoll, erstreckt sich über zwei Oktaven (vom tiefen D bis zum d'') und verlangt höchste technische Präzision, Flexibilität in Koloraturen, lange Atemführung und dramatischen Ausdruck. Sie ist reich an emotionalen Nuancen, von zärtlicher Hingabe bis zu stürmischer Leidenschaft.
Das Orchester besteht aus Streichern (ohne Kontrabässe, da dieser solistisch besetzt ist), Flöten, Oboen, Fagotten und Hörnern, die eine reiche harmonische und klangliche Kulisse schaffen und die solistischen Partien unterstützen, ohne sie zu überdecken.
Bedeutung und Rezeption
„Per questa bella mano“ ist nicht nur ein Bravourstück für Bassisten, sondern ein bedeutendes Werk, das Mozarts unerschöpfliche Fähigkeit demonstriert, selbst in seinen letzten Lebensmonaten innovative musikalische Wege zu beschreiten. Es zeigt sein tiefes Verständnis für die Ausdruckskraft und die technischen Möglichkeiten der Bassstimme sowie sein Genie in der Instrumentenbehandlung, insbesondere im Zusammenspiel von Vokal- und Instrumentalvirtuosität.Die Arie gilt als einer der größten Prüfsteine im Bassrepertoire und wird weltweit von führenden Bassisten aufgeführt, die die Herausforderung der technischen Brillanz und der musikalischen Interpretation annehmen. Ihre Komplexität und Einzigartigkeit haben ihr einen festen Platz als Meisterwerk der Konzertliteratur gesichert, das Mozarts unvergänglichen Beitrag zur Entwicklung der Gesangs- und Instrumentalkunst eindrucksvoll belegt.