# Treue sei unsre Zier
Leben und Ursprung
Die Phrase „Treue sei unsre Zier“ ist ein integraler Bestandteil des historisch bedeutsamen deutschen *Burschenschaftsliedes* „Wenn wir erklimmen“, dessen Text zumeist August Daniel von Binzer (1793–1868) zugeschrieben wird und dessen Entstehung um das Jahr 1820 anzusetzen ist. Das Lied, oft auch als „Der Burschen Lied“ bekannt, entstand in einer Zeit politischer Umwälzungen und Restauration nach den Napoleonischen Kriegen. Es wurde zum Hohelied der jungen deutschen *Burschenschaften* – studentischer Vereinigungen, die sich an deutschen Universitäten formierten. Diese Burschenschaften waren maßgebliche Träger der freiheitlichen, nationalstaatlichen und demokratischen Ideen im Vormärz und spielten eine entscheidende Rolle bei Ereignissen wie dem Wartburgfest (1817) und dem Hambacher Fest (1832). Die Sentenz artikuliert einen der Kernwerte, die diese Bewegungen antrieben und prägten.Werk und Kontext
Im vollständigen Kontext des Liedes lautet die maßgebliche Strophe:*Wenn wir erklimmen zum feierlichen Bund, Dann ist der Himmel uns hold und gewogen. Es sei die Treue unsre Zier, Die Wissenschaft unser Panier, Der Einheit Band uns stets umschlingen.*
„Treue sei unsre Zier“ steht hier in einer triadischen Verbindung mit „Die Wissenschaft unser Panier“ und „Der Einheit Band uns stets umschlingen“. Diese drei Elemente – Treue, Wissenschaft (im Sinne von Bildung und Aufklärung) und Einheit – bildeten die ideologische Grundlage der frühen Burschenschaften. Die Phrase selbst, übersetzt als „Möge Treue unser Schmuck/Ehrenzeichen sein“, positionierte Loyalität und Rechtschaffenheit als höchste Tugenden und äußere Kennzeichen der Mitglieder. Musikalisch ist das Lied in einer eingängigen, volksliedhaften Melodie gehalten, die seine Verbreitung und Verankerung in der studentischen Kultur förderte.